Berlin, Knut, eigene Befindlichkeiten und was mir sonst noch alles einfällt
Durch purzelbaum
Eigentlich war es wohl ganz gut, dass mich nach diesem Wochenende heute der Alltag wieder hatte. Ich befinde mich zwar immer noch irgendwie in einem emotionalen Ausnahmezustand, aber so ein geregelter Ablauf lenkt vielleicht ein wenig ab. Naja, hat nicht so wirklich geklappt.
Der heutige Frühlingsanfang jedenfalls hat dagegen hervorragend funktioniert. Das Wetter war heute fast schon unverschämt schön ;-)
Vor dem Zoo Berlin wächst das Meer aus Blumen, Kerzen, Karten, Geschenken und Bildern stetig an. Das gleiche gilt für die große Eisbärenanlage, wo die Umzäunungshecke auf Knuts ehemaliger "Seite" kaum noch zu erkennen ist; auch vor der großen Besucherscheibe hat sich mittlerweile so einiges angesammelt. Im Gehege fanden Reinigungsarbeiten statt, aber die waren für diese Woche ohnehin geplant. Die Abrissarbeiten am benachbarten Vogelhaus gingen heute unverdrossen und geräuschvoll weiter.
Auf der kleinen Eisbärenanlage liefen Nancy und Katjuscha unruhig hin und her und sich zuweilen fast über den Haufen. Tosca war nicht zu entdecken. Vor dem großen Eisbärengehege haben sich heute deutlich mehr Menschen versammelt, als an einem Wochentag sonst üblich. Vor allem Eltern mit Kindern. Der rbb war ebenfalls zugegen; filmte und interviewte Besucher. Trotz der Geräuschkulisse war die Stimmung, anders als gestern, eher ruhig und friedlich.
Die Spekulationen um Knuts Todesursache schießen munter ins Kraut und es wird teilweise so ein Mist behauptet, dass man nur noch den Ton ausschalten möchte. Eben habe ich die Theorie gehört, dass Knut Epilepsie gehabt haben könnte, weil auch sein Vater Lars Epileptiker sei. Nun ja, die letztjährige schwere Erkrankung bei Lars war eine Hirnhautentzündung und keine Epilepsie... Dass der Zoo jetzt wegen der Haltungsbedingungen von Knut schwer unter Beschuss geraten ist, war zu erwarten und überrascht nicht wirklich.
Update: Gerade lese ich, dass Knut ertrunken sein soll. Hallo? Eisbären sind begnadete Schwimmer, die ertrinken nicht einfach so. Ich hoffe, dass man es nicht bei diesem Ergebnis belässt, sondern auch noch herausfindet, was zu seinem Ertrinken geführt hat. Ansonsten würde das bei mir ein sehr ungutes Gefühl der Ursachenermittlung hinterlassen.
Ich bin jedenfalls ganz froh, dass mein Wochenstart nun hinter mir und eine sehr kurze Arbeitswoche vor mir liegt :-) Und die halbe Stunde heute nachmittag im Zoo hat mir richtig gut getan; erklären kann ich es nicht, warum das so ist. Wie ich dieses Blog zukünftig gestalten werde, weiß ich derzeit noch nicht. Den Eisbären bleibe ich jedenfalls treu, auch wenn Knut fehlt ohne Ende, aber es gibt auch noch das Eine oder Andere zu entdecken im Zoo und drumherum. Der Hauptgrund allerdings ist nicht mehr da.
Es ist Frühling in Berlin und, oh Graus, am Wochenende wird uns wieder eine Stunde gemopst ;-)
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