Berlin, Knut, eigene Befindlichkeiten und was mir sonst noch alles einfällt
Durch purzelbaum
Ich habe mich heute bei recht kühlem und windigem Wetter gleich früh auf den Weg zum Berliner Zoo gemacht. Irgendwie war mir das ein Bedürfnis - trotz oder gerade wegen der gestrigen Ereignisse. Ich hatte nachts ohnehin kaum geschlafen, da fiel das Aufstehen um so leichter. Kurz vor der Öffnung des Zoos war ich dort, gemeinsam mit vielen Besuchern und noch mehr Pressemenschen. Bereits vor dem Tor waren Blumen, Fotos, Teddybären abgelegt; es brannten Kerzen. Alle waren irgendwie bedrückt und die Stimmung kann man schon fast als gespenstisch bezeichnen.
Als der Zoo geöffnet wurde, wandten sich die meisten Besucher in Richtung Eisbären und die Pressemeute hetzte hinter uns her.
Vor dem großen Eisbärengehege, aus dem das Wasser bis auf einen winzigen Rest abgelassen war, waren Blumen und Bilder abgelegt und aufgehängt. Jemand hatte sogar ein Croissant als letzten Gruß dazugelegt.
Die Eisbärdamen waren im benachbarten Mutter-Kind-Gehege untergebracht. Eine an den Gehegebegrenzungen angebrachte Pressemitteilung des Zoos gab bekannt, dass bis zum Vorliegen des Ergebnisses von Knuts Sektion die große Eisbärenanlage leer bleiben wird.
Ich habe mir noch einmal Knuts Lieblingsplätze angeschaut - auf seinem Stammplatz lag noch das Stöckchen, mit dem er gestern gespielt hatte...
Was wirklich nervte, war die Presse, die ohne Rücksicht auf Verluste oder Befindlichkeiten der Besucher, wie die Heuschrecken über diese herfielen, so dass ich meist auf Ab- oder Umwegen unterwegs war. Ich habe mir derweil noch einmal Knuts ehemalige kleine Anlage angeschaut. Am schlimmsten war jedoch der Anblick der verwaisten großen Eisbärenanlage, auf der ich Knut gestern noch gesehen habe...
Ich denke, für mich war es ganz gut, dass ich heute dort gewesen bin - ich habe hier die Bekanntschaft mit einem wunderbaren Eisbären geschlossen und ihn geliebt. Und es macht mich, nun ja auch so ein Stück weit stolz und froh, ihn einen Teil seines viel zu kurzen Lebensweges begleitet haben zu dürfen. Auch wenn ich immer noch fassungslos und unendlich traurig bin.
Ich habe heute in alten Bildern gekramt und beschlossen, ein paar Erinnerungsalben zusammenzustellen. Ich habe mit den ersten Monaten des Jahres 2008 begonnen, wer mag, kann hier mal schauen.
Der Zoo Berlin hat hier ein virtuelles Kondolenzbuch eingerichtet.
Zum Schluss dieses Wochenendes bleibt mir nur zu sagen:
Mach es gut, Knut, da wo Du jetzt bist. Ich werde Dich nie vergessen und ich bin froh, Dich gekannt zu haben, kleiner, großer Eisbär!
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