Berlin, Knut, eigene Befindlichkeiten und was mir sonst noch alles einfällt
Durch purzelbaum
Endlich! Er ist nun da, der Herbst, präsentierte heute angenehm kühle 17 Grad, zeitweise bedeckten Himmel und einige Regentropfen kamen zwischendurch auch aus demselben. Eine Wohltat nach den vielen Wochen mit Hitzegraden, tropischen Nächten, Dauersonnenschein und keinem Tropfen Flüssigkeit, der dem Himmel abgetrotzt werden konnte, was auch der Abwesenheit von Wolken zu verdanken war. Zeit zum Durchatmen :-)
Ich habe mich heute wieder einmal auf den Weg in den Tierpark gemacht, den ich einige Wochen lang arg vernachlässigt hatte ;-)
Angekommen am Tierpark stellte ich fest, dass meine Jahreskarte dringend eine Verlängerung nötig hat und bin erst einmal in das Service-Center abgebogen, das sich die Räumlichkeit mit dem Tierpark-Shop teilt. Nachdem dies erledigt war, habe ich mich auf dem schnellsten Weg zur Eisbärenanlage begeben - hier stand der Eisbärentalk kurz bevor. Und natürlich warteten schon diverse Besucher darauf, gemeinsam mit Tonja, versteht sich :-)
Kurz darauf erschien eine Tierpflegerin mit einem Futtereimer, der gefüllt war mit Salat, Äpfeln und Möhren. Tonja hatte sie (die Tierpflegern, nicht die Möhren) auch bereits erspäht und war auf dem Weg zum Ufer. Die runde Plüschmaus wartete nicht lange und war kurz darauf im Wasser, um sich über den Eisbergsalat herzumachen, der zuerst serviert wurde ;-)
Ich habe mich nun in die unendlichen Weiten des Tierparks begeben, um noch andere Bewohner desselben zu besuchen. Vorbei an den allgegenwärtigen Stachelschweinen und Sekretären, die wieder einmal eifrig mit dem Nestbau beschäftigt waren, suchte ich anfangs vergeblich nach den Katzenbären. Immerhin, die Elefanten waren präsent, taten allerdings nicht viel, außer Futtern natürlich ;-)
Auf der dem Vari-Wald vorgelagerten Lemuren-Insel waren drei Varis zu sehen, im Vari-Wald selbst waren es einige mehr, allerdings gaben die in den Bäumen hängende Pelzmurmeln, die zu keinerlei Aktivität zu bewegen waren ;-)
Natürlich habe ich nach Panzernashorn Betty und ihrem Söhnchen geschaut, das neulich den Namen Karl bekam, allerdings lagen die beiden in der äußersten Grabenecke und ruhten, wobei Betty ihren Nachwuchs perfekt vor neugierigen Besucherblicken abschirmte ;-)
Auf dem Rückweg zur Eisbärenanlage habe ich noch einmal einen Abstecher zu den Katzenbären unternommen und erblickte eine äußerst neugierige Tabea. Der Grund ihrer Aufmerksamkeit war eine Tierpflegerin, die gerade mit Futter herbeikam ;-)
Auf der Eisbärenanlage herrschte mittlerweile Ruhe. Im wahrsten Sinne des Wortes. Tonja hatte sich am Ufer niedergelassen und hielt Eisbärensiesta. Einige Male hob sie den Kopf, schaute sich um und setzte ihre Ruhepause fort. Nun gut, wer Ruhe haben will, bekommt sie von mir und so habe ich mich auf den Weg zum Ausgang begeben ;-) Einige weitere Fotos von meinem Besuch im Tierpark sind hier zu finden.
Der Abschluss des Eintrages bleibt heute neben Knut seinem Ziehpapi, vor allem ihm, vorbehalten.
Da gab es im Jahr 2006 einen engagierten Tierpfleger namens Thomas Dörflein, der dafür sorgte, dass ein kleiner Eisbär, der später von ihm den Namen Knut erhielt, den Tag seiner Geburt überlebte und sich später, dank seiner Fürsorge und Liebe zu einem unwiderstehlichen und bezaubernden und wunderschönen Eisbärenkind entwickelte. Dieser Tierpfleger, der durch Knut unfreiwillig ins Rampenlicht gezogen wurde, was so gar nicht seins war, er dieses Geschehen um seine Person um seines Ziehkindes willen aber über sich ergehen ließ, durfte leider nur 44 Jahre alt werden. Heute vor zehn Jahren wurde dieses Band, diese innige Beziehung zwischen Mensch und Tierkind, jäh zerrissen.
Knut musste fortan lernen, ohne seine wichtigste Bezugsperson auszukommen, was dank der engagierten und liebevollen Fürsorge der anderen Bärenpfleger ausgezeichnet gelang, auch dies darf man nicht vergessen.
Aber meine Gedanken gehen heute natürlich zurück zu Thomas Dörflein, ohne den es Knut nie gegeben hätte. Danke für alles, Herr Dörflein!
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Jean Paul
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