Berlin, Knut, eigene Befindlichkeiten und was mir sonst noch alles einfällt
Durch purzelbaum
Gut, ich war jobtechnisch natürlich nicht in der Lage, die bereits früh bevölkerte und auch frühzeitig wegen Überfüllung geschlossene Fanmeile zu besuchen. Musste ich auch nicht, es gab ja im Laufe des Abends genug Nachberichte, die das Geschehen um das Brandenburger Tor mehr oder weniger ausführlich beleuchteten.
Ich fand es schön, dass der Siegerflieger der kurzfristig umbenannten Fanhansa einen Schwenk über die Fanmeile zog und dabei mit den Tragflügeln wackelte, wofür er extra noch eine Sondergenehmigung einholen musste, weil sich die Fanmeile zu nah am Regierungsviertel und diversen Botschaften befindet.
Quelle: sportschau.de
Das war alles schön. Auch der Truck, der durch die City tuckerte und bisweilen stehenbleiben musste, weil Fans die Straße versperrten. Kann passieren und zeigt auch die Begeisterung, die der deutschen Nationalmannschaft über Wochen auch oder gerade in Brasilien während der WM gefolgt war.
Nun, irgendwann kam sie dann an, die deutsche Nationalmannschaft, vor bzw. hinter dem Brandenburger Tor. Und schließlich ging sie los, die Party. Trainerstab, Mannschaft und Entourage zeigten sich nacheinander und warfen bzw. schossen Bälle in die seit Stunden wartende Menge.
Die Weltmeister-Fußballmannschaft wurde in ihrer WG-Ordnung nacheinander aufgerufen und jede dieser WGs hatte sich eine besondere Überraschung überlegt. Über den Sinn dieser Maßnahme mag man durchaus geteilter Meinung sein, mir persönlich hätte es gereicht, wenn sie sich einfach gezeigt und die obligatorischen Bälle in die wartende Menge geworfen hätten.
Nun, diese jeweiligen Slapstick-Einlagen, so sie denn solche sein sollten, waren ja zum Teil noch im Ansatz ganz witzig. Bis auf eine. Wie man den unterlegenen Finalgegner Argentinien derartig lächerlich machen muss, wie es eine der WG-Gruppen tat, indem sie schief singend die Gauchos verhöhnte und sie im Froschgang nachahmte, erschließt sich mir absolut nicht. Zumal das Wort Gaucho auch im herkömmlichen Sprachgebrauch eher abwertend gemeint ist. Das war hochnotpeinlich, hatte keinen Stil, keinen Anstand und war weitab von sportlicher Fairness. Ich habe mich wirklich fremdgeschämt für diesen Teil der Fußball-Nationalmannschaft. Ein absolut unwürdiges Verhalten, wie ich finde. Glücklicherweise sehe ich das nicht alleine so. Wobei ich mir immer noch die Frage stelle, wie man so etwas überhaupt zulassen konnte. Es war unnötig, es hätte nicht sein sollen und ein bisschen mehr Respekt vor dem Finalgegner, der nun wirklich nicht ohne war, wäre an dieser Stelle durchaus angebracht gewesen.
Nun ja, der "Pott", bzw. eine Kopie davon befindet sich in den nächsten vier Jahren in Deutschland. Es war dennoch eine feine Zeit und jetzt wird es Zeit für mich, mein Schlafdefizit der letzten Wochen nachzuholen ;-)
Eclipse Next 2019 - Gehosted von Overblog