Berlin, Knut, eigene Befindlichkeiten und was mir sonst noch alles einfällt
Durch purzelbaum
Es ist Freitag, der 31. Januar. Der Monat verabschiedet sich und mit ihm auch gleich noch die aktuelle Arbeitswoche. Traurig bin ich über beide Ereignisse nicht.
Es war ein wechselvoller Januar mit Höhen und Tiefen, ein Januar, der kaum etwas von der Jahreszeit Winter mit sich brachte.
Dafür die vorübergehende Schließung von Zoo und Tierpark, der Maul- und Klauenseuche sei Dank, die kurz vor den Toren Berlins ausgebrochen war. Obwohl keines der Zoo- oder Tierparktiere betroffen war, sämtliche Tests verliefen mit einem negativen Ergebnis, durften beide Einrichtungen erst einmal dichtmachen. Der Zoo öffnete zwei Wochen später, der Tierpark konnte gestern seine Tore wieder öffnen. Natürlich unter etlichen Sicherheitsvorkehrungen, in beiden Einrichtungen mussten diverse Bereiche großräumig abgesperrt werden, aber gut, das stößt bei mir auf vollstes Verständnis.
Dafür brennt es jetzt an anderer Stelle, den Tarifverhandlungen mit der BVG sei Dank. Natürlich muss man als Gewerkschaft mit überhöhten Forderungen in solche starten, damit sich beide Parteien letztlich in der Mitte treffen können und für die Arbeitnehmer ein akzeptables Ergebnis herausspringt. Und natürlich darf man dann auch streiken. Und natürlich ist Berlin dann besonders gebeutelt, wenn 24 Stunden lang kein Bus, keine U-Bahn und keine Tram fährt - die S-Bahn kann das nur geringfügig abfedern, deren Netz ist nicht annähernd so engmaschig ausgelegt wie das der BVG. Bevor also mit einer Einigung gerechnet werden darf, muss man mit weiteren Streikmaßnahmen rechnen, wobei es dann wohl nicht "nur" bei 24 Stunden bleiben wird - es bleibt spannend - aber das ist dann eher ein Thema für den Februar ;-)
Der Januar verabschiedet sich und mit ihm müssen sich der Zoo Berlin und seine Besucher sowie viele Elefantenfreunde von einem liebgewonnenen grauen Riesen verabschieden. Der Zoo hat seit Mittwoch keinen Elefantenbullen mehr. Victor starb am Mittwoch im Alter von 31 Jahren, kein Alter für einen Elefanten. Am Sonntag habe ich ihn noch gesehen, er war allein auf der Anlage, Drumbo war mit Karla, Pang Pha und Anchali auf der großen Elefantenanlage, worüber ich mich bereits gewundert habe, dachte mir aber nicht wirklich etwas dabei. Wie jetzt zu erfahren war, beobachtete man Victor bereits seit einiger Zeit genauer, er magerte mehr und mehr ab. Und gestern morgen dann der Schock, als ich las, dass Victor nicht mehr lebt. Seine Tochter Anchali wird uns immer an ihn erinnern, an diesen sanften Riesen mit den imposanten Stoßzähnen, die Stoßzähne hat sein Töchterchen natürlich nicht. Ich habe ihn immer sehr gern besucht, eigentlich habe ich immer bei ihm vorbeigeschaut, wenn ich im Zoo war. Morgen werden ich dort eine leere Anlage vorfinden, auf der Victor, vorzugsweise mit seiner Lieblingsdame Drumbo, viele Jahre lang lebte. Ich weiß nicht, wie das sein wird für mich...
Mache es gut, großer grauer liebenswerter Riese, du wirst mir bei meinen kommenden Besuchen im Zoo sehr fehlen.
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